Wussten Sie schon…

Windenergie in Deutschland

Der Anteil der  Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern soll von ca. 30 % auf ca. 45 % im Jahr 2035 sowie ca. 80 % bis 2050 gesteigert werden. Bei einem aktuellen Anteil der Windenergie am deutschen Strommix von derzeit ca. 9,7 % stellt die Windenergie die tragende Säule dieser Entwicklung dar. Durch den Einsatz der Windenergie konnten bereits 2014 ca. 16. Mio. Dreipersonenhaushalte mit Energie versorgt werden. Dadurch wurden ca. 40,5 Mio. t. Treibhausgase vermieden. Hinzu kommt, dass in den nächsten Jahren ca. 40 % der fossilen Kraftwerke ersetzt oder saniert werden müssen [Quelle: BWE 2015].

Der Betrieb von Windenergieanlagen ist umweltfreundlich, Abgase entstehen nicht. Schädliche Auswirkungen auf die Tierwelt werden bereits im Genehmigungsverfahren über Gutachten untersucht, eine Genehmigung ergeht nur dann, wenn die schädlichen Auswirkungen begrenzt und vertretbar bleiben. Eine Windenergieanlage erzeugt während ihres Betriebes gut 40 bis 70 Mal so viel Energie, wie für Herstellung, Nutzung und Entsorgung eingesetzt werden muss und weist damit eine deutlich positive Energiebilanz auf [Quelle: BWE 2013].

Häufig gestellte Fragen

Windräder stehen oft still, obwohl der Wind weht?

Leider müssen Windenergieanlagen auch heute noch regelmäßig abgeschaltet werden. Gründe dafür sind der schleppende Ausbau der Stromübertragungsnetze sowie ein Überangebot von umweltschädlichem Braunkohlestrom. Weitere Gründe sind z.B. Wartungsarbeiten bzw. Reparaturen sowie Ausschaltzeiten zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen während der Brut- und Ausflugzeiten [Quelle: Bundesverband für Windenergie (2015) Wind bewegt: 17].

Windräder in der Wohnumgebung führen zu Wertverlusten von Immobilien?

Studien belegen, dass Emissionen von Windenergieanlagen keinen negativen Einfluss auf die Immobilienpreise nehmen. Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits darauf verwiesen, dass die Stärke der Emissionsquelle nur ein Faktor unter vielen ist, der den Preis beeinflussen kann. Vielmehr führt der Bau von Windenergieanlagen im ländlichen Raum dazu, dass Arbeitskräfte zuziehen und die regionale Wertschöpfung zunimmt. Dies wirkt sich positiv auf den Immobilienpreis aus. Belegt wird dies unter anderem durch Untersuchungen in Ostfriesland sowie der Stadt Aachen, wo in unmittelbarer Nähe zu Windenergieanlagen Immobilen eine positive Preistendenz aufwiesen [Quelle: Bundesverband für Windenergie (2015) Wind bewegt: 20]).

Der tiefe und nicht hörbare Infraschall von Windrädern kann zu Krankheiten wie Bluthochdruck, Depressionen, Diabetes oder Schlafstörungen führen?

Vom sogenannten Infraschall, bei dem es sich um Töne unterhalb der Frequenz von 20 Hertz handelt, ist durch gesetzliche Beschränkungen keine gesundheitliche Belastung zu befürchten. Wie das Landesamt für Umwelt in Bayern und Baden-Württemberg in einer Langzeitstudie feststellte, ist der Infraschall im Abstand von 700 m zur Windenergieanlage bereits schwächer als der des Windes. Gerichtsurteile bestätigen zudem, dass es nach aktuellem Wissensstand keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Infraschall gibt. Vergleicht man den Schallpegel einer Meeresbrandung in 250 m Entfernung ist kein Unterschied zu einer modernen Windenergieanlage erkennbar. Jedoch gibt es an Beschwerden leidende Personen, deren Ursache von der Wissenschaft noch nicht abschließend aufgeklärt werden konnte. Es wird zurzeit davon ausgegangen, dass allein die Befürchtung, krank zu werden, gesundheitsschädlich ist [Quelle: Bundesverband für Windenergie (2015) Wind bewegt: 21].

Windräder lösen optische und akustische Reize aus, die die Anwohner belästigen?

Gesetzlich geregelte Abstände zur Einhaltung der Lärmschutzgrenzen müssen bei der Planung und Errichtung von Windenergieanlagen eingehalten werden. Durch technische Weiterentwicklungen wie z.B. nichtreflektierende Farben, niedrigere Drehzahlen, verbesserte Flügelprofile sowie schallisolierte Maschinenhäuser werden die Störeffekte von modernen Windenergieanlagen immer weiter abnehmen. So ist eine moderne Windenergieanlage bereits in einer Entfernung von 200 m nicht lauter als eine leise Unterhaltung wahrnehmbar.

Synchron- bzw. bedarfsgerechte Schaltung der Befeuerung führen bereits heute schon zu einer Entlastung der Bewohner. Da sich der Schattenwurf aufgrund der Sonneneinstrahlung nicht gänzlich vermeiden lässt, sorgen gesetzliche Regelungen dafür, dass der Schatten nicht mehr als 30 Stunden pro Jahr und 30 Minuten am Tag auf das Wohnhaus fallen darf. Bei erhöhten Schattenwurf über diese Grenzen hinweg wird die Windenergieanlage vorübergehend abgeschaltet [Quelle: Bundesverband für Windenergie (2015) Wind bewegt: 23].

Windräder „verspargeln“ die Landschaft?

Grundsätzlich werden Windenergieanlagen nicht in der unberührten Natur, sondern auf zuvor land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet. Allerdings geschieht dies nicht mit Einigung der Projektplaner und Grundstückseigentümer, sondern ist an verschiedene Bedingungen geknüpft. Da Windenergieanlagen einen Eingriff in die Umwelt darstellen, können die jeweilige Regionalplanungsgesellschaft bzw. die kommunale Verwaltung die Genehmigung der Windenergieanlagen durch die Ausweisung von Windeignungsgebieten, Flächennutzungsplänen sowie Bebauungsplänen steuern. Dies geschieht unter Berücksichtigung von Wohngebieten und Straßen, Natur- und Landschaftsschutzgebieten, Gewässern sowie Militärbasen, Flughäfen oder denkmalgeschützten Bauwerken.

Durch die bereits an die Genehmigung gekoppelte Rückbauverpflichtung und dem Bereitstellen der dafür benötigten finanziellen Mittel im Vorfeld der Errichtung werden Windenergieanlagen im Anschluss an den Betrieb vollständig zurückgebaut und die Flächenversiegelungen wieder rückgängig gemacht. Das wichtigste Instrument des Genehmigungsverfahrens ist dabei das Bundesimmissionsschutzgesetz (BimSchG). [Quelle: Bundesverband für Windenergie (2015) Wind bewegt: 25].